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letzte Änderung: 08.08.2019

Zur Geschichte der Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten
vom Jahre 1901 bis 1997



Veröffentlicht in dem Buch
" Von Dolewitz bis Dahlwitz-Hoppegarten "
Beiträge zur Ortsgeschichte

Herausgegeben vom Kulturverein Grünes Tor Dahlwitz-Hoppegarten e.V.


Chronik der Freiwilligen Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten wurde am 10.Februar 1901 gegründet.
Als Beweismittel liegen hierfür vor:
Das Ortsstatut über das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten vom 5. November 1926.
Die Ausführungsbestimmungen zu den Ortsstatuten für das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten.
Die Dienstordnung für die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Niederbarnim vom 5. November 1926.
Die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten, gegründet am 10. Februar 1901 mit Sitz in Dahlwitz-Hoppegarten.
Die Dienstordnung für die Pflichtfeuerwehr der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten.
Die Freiwillige Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten bestand aus der Freiwilligen Feuerwehr und der Pflichtfeuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten besaß eine pferdebespannte Handdruckspritze. Die Spritze war in einer Scheune auf dem Gelände des Oberhofes an der Bundesstraße 1 untergebracht. Die Freiwillige Feuerwehr machte auf dem freien Gelände an einem Feuerwehrturm ihre notwendigen Übungen, bis man der Wehr das Gerätehaus in der Schloßstrasse (heutige Rudolf-Breitscheid-Straße) zuwies und einen neuen Übungsturm auf dem Schulgrundstück, hinter dem Schulgebäude, errichtete.
Die Wehr bestand zur damaligen Zeit fast ausschließlich aus Handwerksmeistern. Es war eine große Ehre, Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr zu sein.
Der Pflichtfeuerwehr gehörten alle nach §5 des Statuts "Feuerlöschdienstpflichtigen" an. Feuerlöschdienstpflichtig waren alle männlichen Einwohner der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten vom zurückgelegten 20. bis zum vollendeten 55. Lebensjahr, sofern sie länger als 3 Monate ununterbrochen im Gemeindebezirk ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hatten oder als Forensen kommunalsteuerpflichtig waren.


Während des Naziregimes wurde die Feuerwehr in Feuerlöschpolizei umbenannt, die Offiziere trugen Handfeuerwaffen. Kurz vor Ende des großen Raubkrieges setzten sich viele verblendete Parteigänger des Dritten Reiches mit der nach dem Inferno des Krieges noch funktionsfähigen Technik der Feuerwehren in den Westen ab. Dank des großen Einsatzes der zurückgebliebenen Aktivisten der ersten Stunde konnte ein großer Teil der nach dem Westen verbrachten Geräte und Fahrzeuge mit Unterstützung der Roten Armee wieder in die alten Städte und Gemeinden zurückgeholt werden. Durch den unermüdlichen Einsatz alter Kameraden war es möglich, nach und nach defekte Geräte wieder einsatzfähig zu machen. Mit diesen Geräten begann der Wiederaufbau unserer Freiwilligen Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten.

Ende des Krieges 1945 war die Freiwillige Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten nur im Besitz einer Tragkraftspritze "Typ Köbel", die auf einer offenen Lafette transportiert werden musste. Die Wehr stand in der Zeit von 1945 bis Oktober 1949 unter der Leitung des Brandmeisters Erwin Siegmund. Ende 1949 erhielt die Wehr als erstes Auto nach dem Kriege einen "Wanderer". Von den Kameraden, insbesondere vom Kameraden Rudi Altmann, wurde dieses Fahrzeug, für die Zwecke der Feuerwehr umgerüstet. Mit diesem Auto wurden alle Arten von Einsätzen gefahren, z.B. Hebamme holen, Schwangere in die Klinik bringen, Hilfeleistungen für die Bevölkerung und vieles andere mehr. Eine in Birkenstein in vielen Einzelteilen aufgefundene Tragkraftspritze wurde durch den Kameraden Altmann wieder funktionsfähig gemacht.
Die Wehr wurde Ende des Jahres 1956 aus vielerlei Gründen aufgelöst und am 1. Januar 1957 unter der Leitung des Unterbrandmeisters Günter Winkler neu gegründet. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Zuführung eines TSA ohne Tragkraftspritze von Strausberg nach Dahlwitz-Hoppegarten. Im Jahre 1958 erwarb die Feuerwehr einen PKW Typ "Mercedes"als Zugfahrzeug für den TSA. Dieser PKW blieb bis 1959 im Einsatz.

Dann erfolgte die Zuführung eines 10-Sitzer-Transportfahrzeuges Typ "Doodge" vom Werk für Fernsehelektronik aus Berlin-Oberschöneweide. Dieses Fahrzeug blieb bis zum Jahre 1960 im Einsatz. Durch Vermittlung des Kameraden Rudi Spiegel erhielt die Wehr im Jahre 1961 aus Berlin einen "K 27" als Zug- und Transportmittel. Für dieses Fahrzeug wurden mit Hilfe der Bevölkerung durch eine Listensammlung 400 DM für einen neuen Motor aufgebracht. Nach dem Einbau des neuen Motors lief das Fahrzeug dann als "K 30" und blieb bis zum Jahre 1971 im Einsatz. Nun erfolgte von Strausberg die Übergabe eines LF 8,TS 8,STA (Typ"LO"). Damit verfügte die Wehr über ein fast universell einsetzbares Löschfahrzeug. Im Jahre 1979 erfolgte dann eine weitere Zuführung eines TLF 15-G5 für die Wehr. Nun waren alle Möglichkeiten einer schnellen und wirksamen Brandbekämpfung unter jeder Bedingung gegeben. Beide Fahrzeuge haben sich in vielen Einsätzen im Ort und im Kreis bewährt.

Der Wehrleiter Günter Winkler wurde im Jahre 1961 durch den Kameraden Ernst Kloth abgelöst. Bis zum Jahre 1974 wurde die Funktion als Wehrleiter durch den Kameraden Kloth wahrgenommen. 1974 übernahm der Kamerad Peter Adam als amtierender Wehrleiter die Leitung der Wehr und übte diese Funktion bis zum November 1977 aus. Von diesem Zeitpunkt an übernahm der Kamerad Brandmeister Peter Schüler die Leitung der Wehr und übte diese Funktion bis zum Monat Februar 1985 aus. Danach war der Kamerad Brandmeister Eckard Naujoks Leiter der Wehr bis zum 23. August 1989.

Die Wehr baute 1959 eine Schalmeienkapelle auf und belegte mit dieser bei den Bezirkswettkämpfen der Musikzüge im Bezirk Frankfurt/Oder in den Jahren 1960 bis 1962 jeweils den 1. Platz.

Das alte Spritzenhaus mit den vorhandenen 2 Zellen für Landstreicher wurde bis zum Jahre 1979 benutzt. In der Zwischenzeit wurde durch Um- und Ausbauten eine neue Unterkunft für die Kameraden und die gesamte Technik geschaffen. Weitere Um- und Ausbauten waren durch neue Konzeptionen notwendig geworden. Mit Beendigung der baulichen Vorhaben waren dann die maximalen Bedingungen für eine erfolgreiche und wirkungsvolle Arbeit unserer Kameraden geschaffen.
Seit den 70er Jahren erfolgte eine zielstrebige Arbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" an der Käte-Niederkirchner-Oberschule durch die Kameraden Harzer und Hegewald. Von 1976 bis 1990 erfolgte die Anleitung durch den OBM Manfred Baum. Bisher konnten 11 Mitglieder der AG in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr übernommen werden. Neben der Auszeichnung für gute Arbeit erhielt die Arbeitsgemeinschaft im Jahre 1984 ein funktionsfähiges Löschfahrzeug Typ "LF 16-S 4000". Damit wurden zahlreiche Einsätze bei Wohngebietsfesten, Kinderferienlagern, Tagen der offenen Tür und andere Großveranstaltungen durchgeführt, so konnte die Aufklärung über den vorbeugenden Brandschutz noch wirkungsvoller gestaltet werden. Nach der Wende wurde die "Atze-Feuerwehr LF 16-S4000" in den Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Neuenhagen überführt, wo das Fahrzeug als Oldtimer erhalten wird.

Ab 24. August 1989 übernahm der Kamerad Detlev Kriebitzsch die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten. Nach der Wende wurde er am 10. April 1992 durch Bürgermeister Gertler für die Dauer von weiteren 6 Jahren als Wehrführer bestätigt. Am 22. Juni 1993 erfolgte seine Berufung zum Amtsbrandmeister für die Dauer von 6 Jahren. Ihm unterstehen die Freiwilligen Feuerwehren Dahlwitz-Hoppegarten, Hönow und Münchehofe. Im Jahre 1992 erfolgte die Zuführung eines GW-B 1000 und eines TLF 16-W 50. Ein TSA folgte vom Autohaus Dahlwitz im Jahre 1993. Weiterhin kamen im Jahre 1995 ein PG 200- Anhänger und ein CO2- Anhänger dazu.
Zur Vervollständigung der technischen Ausrüstung kam ein "Amkus"-Rettungsgerät bereits im Jahre 1991 in den Bestand der Freiwilligen Feuerwehr. Die Zuführung eines neuen Löschfahrzeuges war für 1997 geplant.
Im Gewerbegebiet Dahlwitz-Hoppegarten errichtete man ein neues Feuerwehr-Depot mit 5 Fahrzeugstellflächen und den entsprechenden Nebenräumen, sowie einer Wohnung. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19.Dezember 1996. Die Fertigstellung war für die Monate Juli/August 1997 geplant.


( Durch einen Wasserrohrbruch im Nebengebäude der alten Gemeindeverwaltung sind zahlreiche Unterlagen aus den Jahren 1909 bis 1945 vernichtet worden.)






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